Keinen Bock und ADHS

Keinen bock zu haben ist ok – wird es aber zum Dauerzustand ist es belastend.
Wenn du keinen Bock hast und auch noch ADHS, brauchst du gute Strategien. Wie ich damit umgehe liest du in diesem Post – logischerweise

ADHS und keinen Bock. Ein Mann sitzt zerknirscht auf der Couch und stützt seinen Kopf auf seinen Arm.

Jeder kennt dieses Gefühl: „Ich habe gar keine Lust.“ Dann schiebt man unliebsame Aufgaben vor sich her,man prokrastiniert. Das tue ich auch – früher häufiger, heute weniger, mal bewusst, mal unbewusst.

Ich habe für mich im Laufe meines Lebens erkannt, dass ich nicht alles aussitzen kann, was mir unangenehm oder einfach lästig erscheint.

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A Match made in Hell: Keinen Bock haben und ADHS

Die Ausgangssituation verschlechtert sich dadurch in den meisten Fällen. ADHS sorgte (und sorgt manchmal noch) dafür, dass ich diese Aufgaben auf gar keinen Fall erledige – weil ich Sachen vergesse, abgelenkt werde, verdränge, Prioritäten überlagert werden oder ich auf irgendetwas anderes hyperfixiert bin.

Wie aber komme ich raus aus der Nummer?

Bei mir wirken Automatismen. Ich habe festgestellt: Wenn ich Dinge immer wieder und wieder mache, bleiben sie hängen. Das ist jetzt vielleicht nicht die größte Erkenntnis aller Zeiten, aber es funktioniert sehr gut. Irgendwann habe ich aus eigenem Antrieb begonnen, Aufgaben unmittelbar zu erledigen, wenn sie nicht mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen. Für komplexere Aufgaben habe ich Termine im Kalender angelegt, teils mit mehrfacher Erinnerung.

Keinen Bock und ADHS. Eine junge Frau freut sich über ihren Erfolg.
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Das habe ich ganz bewusst über einen längeren Zeitraum getan – das hat mir einiges an Disziplin abverlangt. Manchmal musste ich mich zwingen, die anstehenden Aufgaben zu erledigen. Wichtig war der Zeitpunkt, an dem ich das durchgezogen habe: Ich habe einen Zeitraum gewählt, in dem ich keine Termine hatte, keinen Zeitdruck und mein Leben ruhig verlief. Es stand kein Umzug an, kein Stress auf der Arbeit, keine Feiertage und keine größeren Verpflichtungen. Das hat sehr gut funktioniert – ich habe Dinge erledigt, es ist nur sehr wenig durchgerutscht (nichts Nennenswertes), ich hatte ein gutes Gefühl, und dieses Vorgehen hat sich wirklich gut eingeschliffen. Ich habe es einfach über einen längeren Zeitraum gemacht. Das hat Zeit gebraucht, aber am Ende hat es sich gelohnt.

Und jetzt?

Ich trage Sachen entweder in den Kalender ein oder erledige sie direkt – ich muss mich nicht zu irgendetwas zwingen (außer bei ganz unliebsamen Sachen). Sollte ich tatsächlich mal etwas vergessen, meldet sich mein Gehirn zeitnah: „Achtung! Da war noch was!“ Sollte ich mal Phasen haben, in denen ich keine Lust habe, wird die Aufgabe nicht mehr bis Ultimo aufgeschoben oder gar nicht erledigt – sondern in einem akzeptablen zeitlichen Rahmen umgesetzt. Das passiert alles ganz von selbst.

Ironischerweise habe ich 1000 andere Dinge getan, bevor ich diesen Beitrag veröffentlich habe. Der Beitrag ist schon seit zwei Wochen fertig aber ich habe mich ablenken lassen, keine Zeit gefunden, keine Lust gehabt und es dann zwischenzeitlich wieder vergessen. Und trotzdem: Mein Hirn ist hat mir diese Aufgabe wieder vorgelegt. Ganz automatisch.

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